Manchmal mag ich es, wenn es wehtut...

Aktualisiert: 3. Okt.


Manchmal mag ich es, wenn es wehtut…


Ja, tatsächlich habe ich bei mir festgestellt, dass ein gewisser Schmerz, den ich in meinem Leben erfahre, fast schon angenehm sein kann. Das hört sich jetzt vielleicht krass an, doch wenn ich ganz ehrlich bin und wirklich tief reflektiere, ist es wahr. Wieso das?

Jeder von uns hat in seiner Kindheit Erfahrungen gemacht, die auf eine Art und Weise weh taten. Sei es, weil der Vater einem das Gefühl gab nicht wichtig zu sein oder auf eine Art und Weise minderwertig. Sei es, weil wir von der Mutter ignoriert, nicht akzeptiert oder unter Druck gesetzt wurden. Oder weil wir erfuhren, dass wir nur ok sind, wenn wir das tun was andere wollen. Was es auch immer war, solche Botschaften, wenn auch unbewusst von unseren Eltern oder von den damaligen Bezugspersonen übermittelt, haben sich tief in unsere Seele hinein gefressen und hinterlassen schmerzende Wunden in uns.

Tatsächlich gewöhnen wir uns irgendwann im Verlaufe unserer Kindheit an den Schmerz, der uns von da an in unserem gesamten Leben begleitet.


Es gibt schwierige Situationen in meinem Leben, die macht mir überhaupt nichts aus. Ich höre deshalb immer wieder von meinen Mitmenschen, wie stark und selbstbewusst ich doch sei... doch diese Situationen sind für mich einfach nur neutral, d.h. sie triggern mich nicht, bzw. erinnern mich nicht an eine schmerzerfüllte Erfahrung. Dann gibt es Situationen, die tun einfach nur weh und wenn ich ehrlich bin, dann erinnern mich solchen Situationen immer an ein Ereignis aus meiner Kindheit oder an eine traumatische Erfahrung, die danach geschah. Und weil ich diesen Schmerz aus der Kindheit so gut kenne, ja weil es sich für mich gar vertraut anfühlt, fühle ich mich irgendwie und paradoxerweise sicher damit.

Inzwischen kenne ich meinen Schmerz und ich weiss genau woher er kommt. Und auch wenn eine Situation weh tut, bietet der Schmerz mir eine Art Konstante in einer instabilen Zeit.


Ich bin davon überzeugt, dass dies zu erkennen und sich der Mechanismen und Ursachen bewusst zu werden, sehr wichtig für ein zufriedenes und glückliches Leben sind.


Kürzlich bin ich wieder in eine solche Situation gerutscht, die mir sehr weh getan hat und die mich aus meinem Allzeithoch hinaus katapultiert hat. Also sass ich da im Schmerz und stellte fest, dass ich den Schmerz irgendwie mochte. Er zeigte mir, dass ich zu Hause war, in einem vertrauten Gefühl, das ich von früher kannte...

Aber mein Erkennen und das Achtsamkeitstraining haben mir geholfen mit dem Schmerz zu sein, ohne ihn zu verdrängen oder irgendwohin zu projizieren - was ja auch nichts gebracht hätte, weil es mein Schmerz war, nicht der von jemand anderem.

Also kümmerte ich mich um mich, was mich wieder einen Schritt näher zu mir, zu meiner Wahrheit und zu meinem Seelenheil führte. Auf diese Weise kann ich dankbar für die Erfahrung sein, denn sie führt mich auf meinem Weg ein grosses Stück weiter und ermöglicht mir meinen Ursprungsschmerz vollends zu heilen und loszulassen.


Wie wir auch immer auf unangenehme Situationen reagieren, unser Leben führt uns so oder so immer wieder zurück zu unseren alten Wunden. Bis wir gelernt haben sie zu sehen zu würdigen und zu heilen…


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